LIVE-Reportagen & Multivisionen

Begriffs-Wirrwarr – Was ist was?

Zunächst könnten wir bei dem Begriff Live-Reportage ja ans Fernsehen oder Radio denken. Also, wenn ein Journalist live von einem Ereignis vor Ort berichtet. Ich und einige andere Referenten nutzen den Begriff jedoch in einem anderen Kontext …

Alles das Selbe?

Tonbildschau, Multimedia-Show, HDAV, Multivision, Audio-Slideshow und – LIVE-Reportage… Das sind viele Begriffe, die eigentlich alle etwas ähnliches beschreiben. Der Begriff der Live-Reportage, wie ich ihn hier verwende, geht im Grunde zurück auf den guten alten „Dia-Vortrag“. Sie erinnern sich …? Jemand berichtete von seiner Reise und den Erlebnissen, die damit verbunden waren und informiert dabei noch über ein Land (oder sogar mehrere), eine Kultur oder spezifischere, damit verbundene Aspekte. Das ganze geschah live und wurde von Dia-Bildern begleitet, die über einen Projektor auf eine Leinwand projiziert wurden .
So hat es einst angefangen … Und sicher geht es Ihnen wir mir, wenn Sie daran zurück denken!? Manche „Dia-Abende“ waren höchst interessant und fesselnd und andere … na ja, ehrlich gesagt: war man froh, wenn es vorbei war! Diese (subjektiv empfundenen) Qualitätsunterschiede sind eine der Gemeinsamkeiten, die bei der Entwicklung vom Dia-Abend zur Live-Reportage erhalten geblieben sind. 😉 In anderer Hinsicht hat sich allerdings eine Menge getan – vor allem, – aber nicht ausschließlich – in Sachen Technik.

Die “Multivision” früher und heute

Eine Zwischenstufe bei der Entwicklung waren die s.g. Multivisions-Shows. Dabei nutzten Referenten zwei oder mehr Diaprojektoren, um gleichzeitig mehrere Bilder projizieren zu können. Entweder auf verschiedene Projektionsflächen (Leinwänden) im Raum, oder in einem Raster, sodass sich ein größeres Gesamtbild ergab. Oft aber auch, um weiche Übergänge (Überblendungen) zwischen den einzelnen Bildern zu schaffen. Besonders interessant waren in diesem Zusammenhang s.g. „dritte Bilder“, die entstanden, während zwei Bilder sehr langsam und weich überblendet wurden. Die „dritten Bilder“ sind übrigens ein Format, das auch heute noch genutzt wird, auch wenn die technische Umsetzung mittlerweile anders gemacht wird.

Überhaupt werden Live-Reportagen inzwischen natürlich nicht mehr mit dem Dia-Projektor gezeigt, sondern mit (oft sehr leistungsstarken) Beamern. Denn inzwischen fotografiert ja auch fast niemand mehr mit (Dia-)Film, sondern alle Welt nutzt die digitale Fotografie. Außerdem nutzen viele Referenten inzwischen nicht nur Fotos, sondern auch Video-Sequenzen, Animationen und z.T. sehr abwechslungsreiche Ton-Sequenzen. Das hat zur Folge, dass solche Live-Reportagen heute oft sehr aufwändig mit entsprechender Spezial-Software programmiert werden. (Dazu weiter unten mehr).
Es führt auch dazu, dass der Begriff „Multivision“ nach wie vor von vielen Referenten und Veranstaltern verwendet wird, obwohl es sich nicht mehr um Vorführungen mit mehreren Dia-Projektoren handelt. “Multi” kommt aus dem Lateinischen und bedeutet “viele”. “Vision” ist abgeleitet vom lateinischen “visio”, was mit “Idee” oder “Vorstellung” übersetzt wird. In der Vergangenheit bezog sich das “Multi” auf mehrere Dia-Projektoren. Heute beziehen es manche darauf, dass während eines Vortrags verschiedene Medien-Formate zum Einsatz kommen, wie Standbilder (Fotos), Film (Video) und mitunter auch Computer-Animationen.

Eine weitere Gemeinsamkeit ist jedoch das Sujet, das sich über die Jahre kaum verändert hat. Allerdings hat sich auch hier bei einem Teilaspekt einiges getan, nämlich beim „Story-Telling“. Auch dazu weiter unten noch mehr … Unter dem Strich kann man sagen, ist eine Live-Reportage im Vortragskontext eine live moderierte Multimedia-Reportage.

Wo kann man sich Live-Reportagen / Multivisionen ansehen?

Es gibt im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) eine Menge verschiedene Veranstalter unterschiedlichster Größe und Professionalität. Das Spektrum reicht von kleinen Einzelveranstaltern und Volkshochschulen bis zu größeren Firmen mit ganzen Teams, die nichts andere machen. Oft finden sich Veranstalter, die selbst Referenten sind oder waren) und umgekehrt. Tatsächlich gibt es auch eine Art „Verbund“ der sich “GBV – Gesellschaft für Bild und Vortrag e.V.” nennt. Der Verein sieht sich selbst als „Berufsverband der Referentinnen und Referenten von Multivisions-Vorträgen“ und veranstaltet im Zweijahres-Rhythmus die s.g. “Vortragsbörse”, bei der Referenten und Veranstalter miteinander vernetzt werden sollen. An zwei Tagen stellen dort Referenten 10-minütige Ausschnitte aus ihrem Programm vor (siehe auch unten “Vortrags-Festivals”) und es finden verschiedene Workshops zum Thema statt.

Termine für meine eigenen LIVE-Reportagen / Multivisions-Vorträge finden Sie hier …

Vortrags-Festivals

Es gibt bereits seit vielen Jahren auch eine ganze Reihe von Veranstaltungen, die man im weiteren Sinne als Vortragsfestivals bezeichnen könnte. Einige davon sind äußert „renommiert“ und gleichzeitig Wettbewerbe. Andere verzichten auf den Wettbewerbscharakter und viele bauen ein zusätzliches Angebot um das Kern-Vortragsprogramm mit auf, wie z.B. (Foto-) Workshops, Foto- und/oder Reisemessen etc.. Hier einige Beispiele von solchen Festivals im deutschsprachigen Raum:

El Mundo

Das Abenteuer- und Reisevortragsfestival “El Mundo” findet seit 1999 ununterbrochen in Judenburg in der Steiermark (Österreich) statt. Es bezeichnet sich selbst als den jährlich stattfindenden Referentenwettbewerb für den deutschen Sprachraum, bei dem die interessantesten Vorträge des Jahres von einer fachkompetenten Jury prämiert werden. Ich selbst habe beim El Mundo Festival 2017 meine “Kumbh Mela” Live-Reportage vorgestellt. Mehr Informationen sowie das aktuelle Programm finden Sie hier auf der Webseite von El Mundo …

Mundologia

„MUNDOLOGIA“, das spanische Wort für Weltkenntnis, hat der Veranstalter als Namen für sein Festival in Freiburg gewählt, das mit über 20.000 Besuchern das größte Reportage-Festival Mitteleuropas darstellt. Fotografen, Journalisten, Bergsteiger, Abenteurer und Weltreisende berichten dort live von ihren spektakulären Unternehmungen. Das Festival erhebt den Anspruch, mit seiner Vortragsreihe nicht nur einen oberflächlichen Blick auf die Welt zu werfen, sondern ein gefügtes Bild des Lebensraums Erde zu zeigen, indem unterschiedliche Kulturen und Länder beleuchtet, sowie das Leben einzelner Menschen und deren Geschichten betrachtet werden. Mehr Informationen sowie das aktuelle Programm finden Sie hier auf der Webseite von Mundologia …

Wunderwelten

“Unterhaltung mit Tiefgang!” verspricht der Veranstalter des Wunderwelten Festivals, das einmal im Jahr sowohl in Friedrichshafen, als auch in Heidelberg stattfindet. Es erwarten Sie packende und spannende Live-Reportagen auf einer gewaltigen Leinwand, bei denen die Besucher mit auf Reisen in fremde Welten und zu anderen Kulturen oder auch zu scheinbar gewöhnlichen und doch eindrucksvollen Orten genommen werden. Atemberaubend schöne Fotos werden untermalt mit unterhaltsamen und packenden Hintergrundgeschichten zur Entstehung der Bilder und mit Originalton und Musik verschönert. Mehr Informationen sowie das aktuelle Programm finden Sie hier auf der Webseite von Wunderwelten …

Weitsicht

Diese Festival blickt ebenfalls schon auf eine lange Tradition zurück und findet einmal im Jahr in Darmstadt statt. Mehr Informationen sowie das aktuelle Programm finden Sie hier auf der Webseite von Weitsicht …

Bilder der Erde

Bei diesem Festival handelt es sich um die größte Vortragsreihe Sachsens. Das Festival findet einmal im Jahr in Dresden statt und mehr Informationen sowie das aktuelle Programm finden Sie hier auf der Webseite von Bilder der Erde …

Fernweh Festival

Das Fernweh Festival in Erlangen hat im Jahr 2018 eine Pause eingelegt und geht 2019 in neuem Umfang wieder an den Start. Dann werden dort erstmals ganze fünf Tage im Zeichen von Reise, Outdoor und Fotografie stehen und wieder viele abenteuerliche Multivisionen und bildgewaltige Länderportraits gezeigt. Mehr Informationen sowie das aktuelle Programm finden Sie hier auf der Webseite von Fernweh …

Weltsichten

Seit 1998 wurde das THÜRINGER DIA-FESTIVAL veranstaltet, das seit 2018 als WELTSICHTEN-FESTIVAL fortgeführt wird. Das große Erlebnisfestival bietet spannende Live-Reportagen über Abenteuer, Fotografie und Reisen der besten Fotografen und spannendsten Abenteurern Deutschlands mit Workshops, Ausstellungen und vielen Outdoor-Aktionen! Mehr Informationen sowie das aktuelle Programm finden Sie hier auf der Webseite von Weltsichten …

Discovery Days

Das Festival “Discovery Days” gibt es seit 2017 und ist ein Joint Venture von drei Veranstaltern: Explora Events aus der Schweiz sowie Mundologia und Grenzgang aus Deutschland. Die Idee der drei war, sowohl neue Geschichten und Erzähler auf die Live-Bühne zu. bringen und exzellentes Storytelling zu fördern und auszuzeichnen, als auch ein “Basecamp für Entdecker und Erzähler zu schaffen”. Ähnlich wie bei El Mundo Festival handelt es sich auch hier zeitgleich um ein Vortragsfestival und einen Wettbewerb. Ich selbst habe 2017 dort meine “Kumbh Mela” Live-Reportage vorgestellt. Mehr Informationen sowie das aktuelle Programm finden Sie hier auf der Webseite der Discovery Days …

GBV Vortragsbörse

Die Internationale Vortragsbörse hat sich (nach eigener Aussage) in den letzten zwanzig Jahren zum europaweit wichtigsten Treffen von Vortragsreferenten und Vortragsveranstaltern entwickelt. Seminare, Fachvorträge, Kurzvorträge, Diskussionen und die Begegnung mit Kollegen und Veranstaltern prägen die einzigartige Atmosphäre der Internationale Vortragsbörse. Veranstaltet wird die Internationale Vortragsbörse von der GBV, der Gesellschaft für Bild und Vortrag e.V. in Braunfels. Als Berufsverband der Vortragsreferenten ist es der GBV ein Anliegen, qualitativ hochwertige Diavorträge / HDAV-Shows zu fördern. Das Programm der Internationalen Vortragsbörse dauert drei Tage. Fachvorträge von kompetenten Fachleuten, Kurzvorträge von Referenten und Seminare zu wichtigen Themen aus der Vortragspraxis stellen die wichtigsten Programmpunkte dar. Mehr Informationen sowie das aktuelle Programm finden Sie hier auf der Webseite der GBV …

Könnte ich selbst auch eine Live-Reportage / Multivision zeigen?

Diese Frage habe ich mir selbst vor einigen Jahren auch gestellt. Ich hatte zu dem Zeitpunkt bereits viele Live-Reportagen gesehen und war ziemlich begeistert von der Idee, selbst einmal meine Bilder auf großer Leinwand zu zeigen und die Geschichten dazu zu erzählen. Und auch, wenn ich sehr viele der Live-Reportagen mochte und manche Referenten regelrecht bewunderte, hatte ich auch solche gesehen, wo ich insgeheim dachte, „das kann ich besser“. Und ich glaube, es war meine Frau die zu mir sagte, „meckern kann jeder, dann mach’s doch besser!“ Das wollte ich nicht auf mir sitzen lassen und sprach damals Ramin Houchmand an, einen der Geschäftsführer von Grenzgang, einem großen Veranstalter von Live-Reportagen in NRW. Ramin mochte meine Fotos und gab mir einige sehr wertvolle Tipps für die Produktion meiner ersten Live-Reportage. Und so machte ich mir zunächst Gedanken, was ich zeigen und erzählen wollte. Ich arbeitete mich in eine entsprechende Software ein und rund ein Jahr später war es soweit: Ramin sagte, er würde mir eine Chance geben, meine Live-Reportage in Rahmen eines s.g. „Thementages“ vor großem Publikum im Kölner Rautenstrauch-Joest Museum zu präsentieren. Am 19. Februar 2017 zeigte ich dann vor einem nahezu ausverkauften Saal mit rund 300 Besuchern erstmals meine Live-Reportage / Multivision “Kumbh Mela – das größte Pilgerfest der Welt”.

Was “braucht” man, um eine Live-Reportage / Multivision auf die Bühne zu bringen?

“Story”

Zunächst sollte man sich fragen, was man eigentlich erzählen will und warum das für andere interessant sein soll? Hier hilft es, sich “nichts in die eigene Tasche zu lügen” und andere (z.B. im Freundeskreis) zu fragen, welche Aspekte sie an dem Thema interessant finden würden!? Ganz grundsätzlich sollten wir im Kopf behalten, dass “der Wurm dem Fisch schmecken muss”, nicht dem Angler. Oder anders ausgedrückt, eine Live-Reportage / einen Multivisions-Vortrag machen wir ja nicht in erster Linie für uns, sondern für das Publikum. Jedenfalls, wenn das Ziel lautet, diesen auch vor Publikum zu zeigen. 😉 Dann geht es natürlich darum, zu überlegen, wie man das Thema so vermitteln kann, dass ein spannender (und abwechslungsreicher) Vortrag daraus entsteht. Dabei hilft es, sich ein paar Gedanken zu Dramaturgie der Geschichte zu machen. Vorträge, in denen der Referent einfach nur erzählt, wie er von A nach B gereist ist, sind von ihrer Erzählstruktur sehr vorhersehbar, und können daher leider schnell langweilig geraten.

Material / Content

Da es sich um einen visuellen Vortrag handelt, lebt der natürlich von den Bildern (ggf. Videos) und dem Ton / der Musik, die man einsetzt. Hier sollte sich das Material idealerweise auf einem hohen Niveau bewegen. Auch bei diesem Aspekt hilft Feedback von anderen, im besten Fall von Menschen, die einem nicht automatisch wohl gesonnen sind und ohnehin alles “toll” finden.

Produktion / Software / Technik

Schließlich muss das Material für den Vortrag aufbereitet und in eine dramaturgisch sinnvolle Reihenfolge gebracht werden. Dafür und für die spätere Vorführung vor Publikum gibt es spezielle Software. Die beiden, von den meisten Profis genutzten Software-Produkte sind „Wings“ (früher Wings Platinum, seit dem neuesten Update auf Version 7 nur noch Wings) und m.objects. Es gibt auch Referenten, die ihre Vorträge mit anderer Software produzieren, das ist aber unter Profis eher selten. Eine solche Produktion zu planen und zu programmieren sollte man nicht unterschätzen, es ist ziemlich aufwendig. Die meisten Referenten arbeiten Wochen oder sogar Monate lang an ihren Produktionen!

Der eigene Auftritt

Wenn die Produktion einmal steht, ist zwar viel erreicht, aber ein genauso wichtiges Medium ist der Vortragende selbst. Daher muss auch der eigenen Auftritt und die eigene Wirkung auf der Bühne reflektiert werden. Ggf. muss ein Referent auch noch einmal intensiv am eigenen Auftritt arbeiten. Ich habe schon fantastische Produktionen gesehen, bei denen aber nicht „der Funke übergesprungen ist“, weil der Referent so schlecht gewirkt hat. Und ich kenne umgekehrte Fälle, wo Referenten so überzeugt haben, dass man ihnen ihre „mäßige Produktion“ gerne nach gesehen hat!

Okay, ich will es versuchen! Kann ich mir Unterstützung holen?

Sie haben Feuer gefangen und möchten es probieren? Sie würden aber gerne dabei unterstützt werden, wollen ehrliches Feedback und konstruktive Anregungen? Dann ist ein Coaching mit mir vielleicht das Richtige für Sie …

Coaching

Gerne unterstütze ich Sie im Einzelcoaching bei Ihrem Vortrag. Haben Sie Interesse oder Fragen, dann schreiben Sie mich gerne an: multivision (at) reisefotografie.de

LIVE-Reportagen / Multivisionen von Thorge Berger

Zur Zeit biete ich selbst zwei (fertige) LIVE-Reportagen / Multivisionen an:

“Magisches Indien”

Details zu dieser LIVE-Reportage finden Sie hier …

“Kumbh Mela – Das größte Pilgerfest der Welt”

Details zu dieser LIVE-Reportage finden Sie hier …

Termine

Die aktuellen Termine zu meinen Multivision-Vorträgen / LIVE-Reportagen finden Sie hier ...

Beide LIVE-Reportagen habe ich bereits vielfach gezeigt und sehr positives Feedback dazu bekommen.
U.a. bei folgenden Veranstaltern …

Eine weiter LIVE-Reportage ist zur Zeit in Vorbereitung und kann ab der 2. JH 2020 gezeigt werden:

“IRAN – Auf den Spuren ihrer Väter …”

Einen ersten Eindruck dieser neuen LIVE-Reportage bekommen Sie hier …

Live-Reportage mit Thorge Berger buchen

Sie haben Interesse daran, mich für eine LIVE-Reportage / Multivision zu buchen?