Feedback zur IRAN-Fotoreise 2022

Seit meiner Jugend habe ich das Glück, dass ich diverse Länder unserer wunderschönen Erde bereisen kann und komme mit vielen Fotos in der Kamera zurück. Die Erlebnisse vor Ort und Begegnungen mit Menschen sind es jedoch die eine Reise zu etwas Besonderem machen.

Über die Jahre besuchte ich so manchen Fotokurs und schaute mir viele Reisevorträge der großen Fotografen unsere Zeit an. So lernte ich dann auch Thorge Berger kennen. Nach wenigen Minuten in seinem Vortrag über Indien wurden mir 3 Dinge klar:
Er hat das „gewisse Etwas“ in seinen Fotos, er verfügt über das Fingerspitzengefühl für außergewöhnliche Aufnahmen von Menschen. Und ich will Ihn unbedingt einmal auf einer Reise begleiten, um vor Ort zu sehen wie er das macht.
Denn Hand aufs Herz, viele von uns Reisefotografen können fantastische Fotos von Landschaften, Tieren oder Architektur machen. Wenn es aber um Menschen geht, dann zeigt sich oft ein Verbesserungspotential.

Nun sitze ich hier auf dem Sofa, schreibe diese Zeilen und kann es immer noch nicht fassen, dass mein Traum ihn begleiten zu dürfen, im Mai 2022 im Iran Wirklichkeit geworden ist.

Die Vorraussetzungen für seine Fotoreisen sind bei Thorge grundsätzlich perfekt:
Er reist in einer Kleingruppe, kennt selbst das Land aus fotografischer Sicht und weiß wann man wo sein muss. Außerdem gibt es immer einen landessprachigen Guide in der Gruppe, und last but not least ist er ein echt netter Kerl, der mit seiner positiven Art ansteckt und mit dem man gerne verreisen möchte.

Leider hat es viele Jahre gedauert, bis mir ein Reisetermin passte. Und am Ende war mir das Reiseland auch egal, sodass ich spontan zur Iranreise zugesagt habe. Kurz danach kamen in mir jedoch Zweifel auf. Ist es sicher genug in Pandemiezeiten in den Orient zu fliegen?
Werden die Menschen womöglich überall mit Maske herum laufen?
Was will ich als Natur- und Landschaftsfotograf in den Städten Irans?
Warum muss die Reise ausgerechnet an einem Freitag den dreizehnten beginnen?
Ist es clever in ein Land zu reisen, dass mit einem Embargo belegt ist und in dem die Sittenwächter die Einhaltung altmodischer Regeln verlangen?
Freunde fragten mich: ‚In den Iran? Warum dass denn? Ist das denn sicher?‚. 

Heute weiß ich, dass es eine meiner besten Reisen war und alle meine Zweifel zerstreut wurden. Die Reise wurde von seinem Freund und Fotografen Mehran begleitet, der sowohl Deutsch wie auch die Landessprache spricht, und sich hauptsächlich um die Organisation gekümmert hat. Außerdem war Ali als englischsprachiger Guide dabei, der uns sehr viel über das Land, die netten Menschen und die jahrtausende alte Kultur erzählt hat. 

Doch was hat diese Reise zu etwas Besonderem gemacht?

Zum einen war sie, gerade für Fotografen, perfekt geplant, um bei dem richtigen Licht und wenigen Menschen am richtigen Ort zu sein (Von den Besuchen auf dem Basar einmal abgesehen). Falls nötig, wurde flexibel reagiert, und man hatte immer viel Zeit zum Fotografieren. Auf individuelle Wünsche der Teilnehmer wurde im Rahmen einer Gruppenreise eingegangen, sodass man auch die Zeit bekam, einen Ort mit allen Sinnen in sich aufzusaugen. Zum Anderen gab es vor, während und nach einer Location von allen Dreien fotografische Tipps und Motivideen. Natürlich haben wir auf dieser Classic-Tour die touristischen Highlights besucht, aber unter anderem die Ergänzung durch Besuche bei Familien zuhause mit leckerem Essen, Gesprächen und sogar Gesang waren echte Highlights.

Es hat sich wieder gezeigt, dass man ein Land nicht in Büchern oder im Fernsehen kennen lernen kann, sondern einzig und allein vor Ort. Ein Guide, und davon hatten wir sogar drei, ist extrem wichtig um einem die Augen und Ohren zu öffnen. Wer schon Mal auf einer Tierfotosafari  war weiß wovon ich schreibe. Natürlich hätte man noch länger als zwei Wochen bleiben wollen und es gibt in diesem wunderbaren Land noch vieles zu entdecken bzw. zu fotografieren, aber mit dieser Reise habe ich einen sehr guten und überaus positiven Eindruck vom Iran erhalten, der mich vermutlich zu einer Ausnahme bewegen wird: ein Land ein zweites Mal zu besuchen.

Vielen Dank an Alle die mir dies ermöglicht haben.

P.S.
Wer eine intensive Fotoreise im Ausland sucht, ist bei Thorge sicher richtig. Wer sich erholen will, sollte dies anders tun.

Andreas Irgang

Andreas Irgang ist selbst Reisefotograf und zeigt Multivisionsvorträge und Reisereportagen.

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